Bericht DA-Echo 07. Jan. 2020

(07. Januar 2020 | Darmstädter Echo)

Zur Not auch mit Demos auf der Straße

Bürgerinitiative für Groß-Bieberauer Umgehung will erreichen, dass Stadt Planung vorlegen darf/ Kein Signal aus Wiesbaden bislang

GROSS-BIEBERAU. ,,Brum, drum, rum - JETZT unsere Umgehung planen". Mit diesem Slogan wirbt die Bürgerinitiative Ortsumgehung Groß-Bieberau auf ihrer neuen Homepage (https://brum-drum-rum.de) für die Erreichung ihrer Ziele. Dass das Wort JETZT in Großbuchstaben geschrieben ist, hat dabei einen Grund, wie Eberhard Liebig als Sprecher der Initiative erklärt. Wenn wir nicht bald mal was hören, werden wir uns ein paar Demos genehmigen lassen, ähnlich wie Fridays for Future", sagt er. Vor acht Wochen etwa hatte die Bürgerinitiative jeweils 800 Unterschriften für jedes der beiden Bürgerbegehren an Bürgermeister Edgar Buchwald (SPD) übergeben. Die Ziele sind klar: Zum einen soll die Ober-Ramstädter Straße und damit auch die Marktstraße vom Verkehr entlastet werden, für die entsprechenden Planungen will die Stadt in Vorleistung gehen. Der Stadt soll zudem erlaubt werden, für die Planung der lange ersehnten B-38-Umge-hung in Vorleistung zu gehen. Ein Planungsbüro soll beauftragt werden, weil die eigentlich zuständige Landesbehörde Hessen Mobil derzeit keine Kapazitäten hat, um die Umgehung zu planen. Bis 2021 soll das so bleiben. Und das, obwohl das Geld für die neue Straße vorhanden ist. Im Bundesverkehrswegeplan steht sie nämlich im vor-dringlichen Bedarf. Auch Ed-gar Buchwald hatte vor etwa acht Wochen schon den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) um einen Termin gebeten, um ihm genau dieses Ansinnen und die Bürgerbegehren zu unterbreiten. Bereits 2018 hatte das Ministerium den Vorschlag der Stadt, die Umgehung aus eigener Tasche vorzufinanzieren, abgelehnt.

Nun ist der Geduldsfaden deutlich dünner geworden. „ Wir sind ungeduldig, weil wir seit acht Wochen nichts mehr gehört haben", sagt Liebig. Auch Bürgermeister Buchwald bestätigt auf ECHO-Anfrage, dass es noch kein Signal aus Wiesbaden gebe. ,,Wir fahren derzeit zweigleisig", sagt er. Zum einen will sich die Stadt selbst um einen Termin bemühen, mit der Bürgerinitiative zusammen. Zum anderen sollte es im Dezember ein Treffen mit Vertretern des Runden Tischs auf Initiative der Industrie-' und Handels-kammer Darmstadt geben. Dieser hatte im vergangenen Jahr ein gemeinsames Positionspapier veröffentlich, in dem Vertreter aus Politik und Wirtschaft fehlende Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur bemängeln und da-durch die Wettbewerbsfähigeit der Unternehmen in der Region gefährdet sehen. Auch diesen Termin hatte Al-Wazir abgesagt.

,,Ohne Druck wird das nix", sagt nun Eberhard Liebig. Und hat deshalb die Landtagsabgeordneten Heike Hofmann (SPD) und Manfred Pentz (CDU), die Bundestagsabgeordneten Patricia Lips (CDU) und Jens Zimmermann (SPD) sowie Jens Deutschendorf (Grüne) als Staatssekretär im hessischen Verkehrsministerium angeschrieben. Reagiert hat bislang laut Liebig nur Heike Hofmann. „Sie hat mir bestätigt, dass sie sich weiterhin für einen Termin in Wiesbaden bemühen wird", sagt Liebig. Dieser sollte seiner Meinung nach ,,spätestens im Februar" passieren. Wenn nicht, wollen die Groß-Bieberauer auf die Straße gehen, um zu demonstrieren. Offensichtlich werden nur die Bürger gehört, die richtig Lärm machen", sagt er.

Auch auf der neuen Home-page kann über die Ziele der Initiative abgestimmt wer-den. ,,Auch das soll nochmal Druck machen, zusätzlich zu den Plakaten, die wir ja schon aufgehängt haben und den Bürgerbegehren", sagt Liebig. Gewartet hätten die Bieberauer nun lange genug. Seit mehr als 60 Jahren gibt es Bemühungen für eine Umgehung. Und die. Zeit bis zur Realisierung muss ja auch noch mitgerechnet werden. „Da ist ja eine Dekade gar nichts", sagt Liebig. Deshalb sollte nun endlich damit begonnen werden. „Eigentlich müsste unsere Umgehung zusammen mit der für Hahn realisiert -wer-den", sagt Liebig, wohlwissend, dass das kaum zu schaffen ist. Für die Umgehung um den Ober-Ramstädter Ortsteils hat die Planfest-stellung im Mai 2019 begonnen. Sie allein wird wohl knapp zwei Jahre in An-spruch nehmen. Baubeginn könnte Mitte 2022 sein. Zu dem Zeitpunkt könnte die Bieberauer Umgehung gerade geplant werden - falls die Stadt es nicht schneller selbst machen darf.

Hier der Originalbericht