Bericht DA-Echo 12. Feb. 2020

(12. Februar 2020 | Darmstädter Echo)

Ein Weckruf für Wiesbaden

Bürgerinitiative für die Umgehung Groß-Bieberau will ab März demonstrieren -und schreibt Briefe an den Minister

(Von Thomas Bach)

GROSS·BIEBERAU. Die Bürge-initiative (BI) Ortsumgehung Groß-Bieberau macht Ernst: Da es derzeit keine Gespräche über eine beschleunigte Planung der B-38-Umgehung mit dem hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) geben wird (wir haben berichtet), soll nun demonstriert werden. Ab März sind Kundgebungen geplant, für die noch Mitstreiter gesucht wer-den. Zudem will die BI Flyer an Ampeln verteilen, „um auch die Pendler mit ins Boot zu bekommen“, wie Ursula Krell erklärt. Eine einmalige Aktion soll es allerdings nicht sein, wie Eberhard Liebig er-klärt: „Es hat keinen Wert, wenn wir nur einmal demonstrieren, sonst wachen die in Wiesbaden ja nie auf!“

Allerdings betont Liebig, dass es die BI lieber auf die Demos verzichtet hätte. „Ich bin Bauingenieur und kein Krawallmacher“, sagt er. „Aber was sollen wir denn sonst machen?“

Beispielsweise auf dem Postweg Druck machen. In dieser Woche sind bereits zwei Offene Briefe an den Minister geschickt worden, in denen die Mitglieder der BI ihrem Unmut Luft machen. Liebig etwa bittet erneut um einen Gesprächstermin: ,,Vielleicht finden wir ja einen Weg, die Sache anzuschieben und der Bevölkerung zu zeigen, dass es einen Weg gibt, eine Umgehung in sechs bis acht Jahren zu bauen.“ Das schreibt auch Ursula Krell in ihren Brief.

Wie das gehen soll, erläutert Liebig auch. „Wir könnten im Vorfeld mit freien Büros reden und verhandeln, die die Planung für das Land/den Bund übernehmen könnten. Dazu brauchen wir Namen aus der Behörde, die dort bekannt und zugelassen sind. Wir könnten den potenziellen Planern die vorhandene Planung von vor mehr als zehn Jahren vorstellen und prüfen, was davon für die neue. Planung verwendet werden kann. Wir kümmern uns um die Aufnahme der Maßnahme in den Regional-plan beim Regierungspräsidium, der mittlerweile den Städten und Gemeinden vor-liegen dürfte.“ Liebig wundert sich darüber, dass in Bayern Planungen im Vorfeld realisiert werden können, um im Falle der Mittelbereitstellung kurzfristig reagieren zu können. „Im Falle Groß-Bieberau ist es sogar so, dass die Mittel bereitstehen und wir Hessen es nicht fertig bringen, diese abzurufen und abzuarbeiten. Das darf nicht sein!“

Die BI habe bereits Listen mit 2030 Unterschriften und zwei Bürgerbegehren mit je-weils 800 Unterschriften vorgelegt, „um allen Beteiligten klar zu machen, dass 60 Jahre genug sind“. So lange wartet die Stadt bereits auf eine Umgehung. „Warum lässt ein Minister kein privates, von der Stadt beauftragtes Planungsbüro zu?“, fragt Ursula KreIl in ihrem Offenen Brief. Das Geld sei bereitgestellt, „und sie maßen sich an, dies zu ignorieren“. Es gehe nicht um „zaubern“, schreibt Krell in Anspielung auf ein Zitat von Tarek Al-Wazir, der von Bürgermeister Edgar Buchwald (SPD) auf einen Gesprächstermin zur Umgehung angesprochen, antwortete: „ Wenn ich zaubern könnte ...„ Es gehe vielmehr darum, Staus und die damit verbundene Umweltverschmutzung zu verhindern „sowie sich die berechtigten Anliegen einer seit 60 Jahren genervten Bürgerschaft zumindest anzuhören, Vorschläge der Stadt, die Arbeit des Ministeriums und der Verwaltung auch finanziell zu unterstützen, ernst zu nehmen und nicht einfach zu ignorieren beziehungsweise zu verbieten".

Keiner im Ort sei „amused“ über die Absage Al-Wazirs sagt Liebig. Etwa 50 Teilnehmer pro Demo sollten es schon sein, sagt er. Und er rechnet auch damit, diese Zahl zu erreichen.

BI SUCHT MITSTREITER FÜR AKTIONEN

Die Bürgerinitiative Ortsumgehung Groß-Bieberau ruft .alle, die sich für die Sache engagieren wollen und Zeit haben auf, sich per E-Mail an w.stoeckl@umgehung-gross-bieberau.de oder per Brief an die Bachgasse 1 in Groß-Bieberau zu wenden, um die „grundsätzliche Bereitschaft" mit Namen, Adresse, Telefonnummer und eventuell E-Mail-Adresse zu signalisieren.

Bitte teilen Sie uns dabei auch mit, wann Sie am besten erreichbar sind. Wir informieren Sie dann über die geplanten Aktionen, heißt es im Aufruf. (tb)

Hier der Originalbericht